Klangmomente

 
 

Doch nicht verstaubt und vergessen, sondern: Süsser die "Lieder" nie klingen...als zu der Weihnachtszeit

Ach ja, das Schönste an der Weihnachtszeit ist doch (na gut: unter anderem!) die Musik. Denn die trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass wir uns weihnachtlich fühlen. Was wäre ein Weihnachten ohne Weihnachtslieder? Sie gehören dazu wie die Kerzen, die Plätzchen oder das Tannengrün. Und das ist gut so (selbst wenn bei manchen die Weihnachtsliedertoleranz gelegentlich überstrapaziert wird). Sie vermitteln uns so etwas wie "weihnachtliche Geborgenheit". Man muss sich nur darauf einlassen...(Und Weihnachtsmuffel mögen sich bitte nicht angesprochen fühlen). Dabei sind die Geschmäcker natürlich verschieden, was die Genres betrifft. Vom deutschen Weihnachtslied bis zum Weihnachtsschlager ist die Spannbreite unendlich, aber somit ist für jeden etwas dabei. Weihnachtslieder gibt es schon lange. Zunächst wurden sie in Messen und im Stundengebet gesungen und besaßen natürlich dementsprechende Inhalte. Aus dem Mittelalter stammt dann der Brauch, diese Hymnen mit deutschen Liedern zu vereinen. So entstand eine Mischform, die wir noch heute in manchen Liedern finden (z. B. "In dulci jubilo"). Martin Luther ist es zu verdanken, dass der Gebrauch von Weihnachtsliedern im Gemeindegottesdienst populär wurde verbunden mit dem Anspruch, die Messen in deutscher Sprache durchzuführen. Das hatte zur Folge, dass viele Weihnachtslieder in deutscher Sprache entstanden. (z.B. "Vom Himmel hoch"). Jedoch erst 200 Jahre später entwickelte sich die Tradition, Weihnachtslieder auch zuhause im Familienkreis zu singen. Diese erlebte ihren Höhepunkt im 19.Jahrhundert. Damit blieb das Weihnachtslied nicht "nur" das Schicksal eines Kirchenchorals, sondern ertönte nun als Sololied in den Wohnzimmern ganz "normaler" Familien. Das uns wohl allen bekannteste Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht" stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im selben Jahrhundert entstanden auch zahlreiche Weihnachtslieder, die textlich keinen Bezug auf die Geburt Christi haben, z.B. "O Tannenbaum" etc. Mit der zunehmenden Globalisierung fanden auch fremdsprachige Weihnachtslieder, insbesondere englische, Einzug in unsere Gefilde, was ja grundsätzlich nicht schlecht ist, aber dennoch sollten wir daneben unsere alten deutschen Weihnachtslieder auch nicht außer Acht lassen. Und es ist wunderbar, dass die Tradition, Weihnachtslieder zu singen und zu zelebrieren in unserem ganzen Informations- und Konsumdschungel überhaupt noch existiert. Auch wenn es hier und da geschmacklich variiert, und man sicherlich darüber streiten kann und oftmals kommerzielle Zwecke dahinterstehen, so verbindet uns letztlich das gemeinsame Singen und das gemeinsame Hören…In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

1 Kommentar 30.11.16 19:02, kommentieren

Sechsunddreißigster Moment: Die Frage ist nicht ob oder warum, sondern Dass…Grübeleien zur Kunst

Was ist Kunst? Eigentlich sollte man diese Frage nicht stellen. Nicht nur, weil es eigentlich keine Antwort gibt, lediglich viele Sichtweisen, kein Richtig oder Falsch. Sondern auch deshalb, weil diese Begrifflichkeit eine gewisse Unantastbarkeit besitzt, die sie zum Fortbestand benötigt. Denn nur ein Herantasten lässt sie in ihrer Gestalt unberührt und vollkommen. Unzerredbar und undefinierbar. Wahrscheinlich liegt darin ihr Reiz. Wagen wir den Schritt und tasten vorsichtig…Fragt man Künstler nach Kunst, so geht es ihnen nicht um das Warum oder Ob, sondern Kunst ist einfach, entsteht aus sich selbst heraus, aus einer Innerlichkeit, die jedem Künstler zu eigen ist und die er expressiv nach außen trägt. Von ganz allein ohne einen speziellen Zweck aber mit viel Sinn. Dabei spielt die Reaktion der anderen oftmals eine untergeordnete Rolle, denn Kunst zeigt etwas von innen nach außen Gekehrtes, was man - genau genommen - nicht bewerten kann. Das wäre wie Emotionen zu bewerten oder zu klassifizieren. Es geht um den Schaffensprozess, um die Entstehung von etwas, was man selbst vorher nicht kennt und was nicht planbar ist. Ein äußerst reizvolles Faktum, das es sich in der „normalen“ Gesellschaftsplanung nicht findet, im Gegenteil, hier soll oftmals alles Plan gehen. Kunst lehrt uns: sich unbefangen, vorurteilsfrei und tiefgründig auf etwas einzulassen. So entstehen die großen Werke, die berühren und ewig sind. Ein Werk als Schritt der eigenen Verwirklichung. Und des Bruches. Denn es entsteht vermutlich selten das, was man erwartet. Und so offenbart Kunst oftmals Dinge, die vorher unsichtbar waren. Sie kommt aus der Tiefe und zeigt Tiefe. Trotzdem bleibt sie einfach ein Sein ohne Zweckgebundenheit. Sie ist einfach. Losgelöst von allem ohne eine Verbindung zu Vorhandenem haben zu müssen. Kunst lebt erst, wenn man ihr nichts aufzwingt. Wenn man sie lässt. So wie der Mensch selbst auch. Unter Zwang findet keine Entfaltung statt. Kunst wird auch nicht Kunst, wenn man sich vornimmt, Kunst zu machen. Sie entsteht intensionslos und setzt eine gewisse Ehrlichkeit mit sich selbst voraus. Und die Bereitschaft zur Offenbarung.In der Musik: Spielen wir ein Stück, so trägt es immer ein Stück von uns nach außen. Manch einer hört es, der andere vielleicht nicht. Wir spielen dasselbe Stück anders, je nach Verfassung, ob es uns gut oder schlecht geht. Aber es ist dann einfach aus uns heraus, egal, ob man dies nun als Kunst bezeichnet oder nicht. Und niemand hat das Recht, sich zum Maß der Kunst zu erklären. Im Grunde genommen ist jeder in irgendeiner Form ein kleiner Künstler, dem es gelingt, etwas Wahrhaftes -losgelöst von einem irdischen Zweck- zu erschaffen, etwas, das dann IST und bleibt, was ein Stückchen seiner selbst nach außen trägt. Das ist ein wertvolles Gut, was wir schützen sollten….Es scheint zudem die Frage, was Kunst eigentlich mit einem macht, ist viel interessanter als die, was Kunst ist. Kunst offenbart Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mittels Farben (Malerei, Fotografie etc.), Formen (Bildhauerei etc.) und Klängen (natürlich: MUSIK). Und zeigt die unterschiedlichsten Wahrnehmungen, viele Facetten eines Blickes. Und ist unbeirrt in ihrem Sein.

18.11.16 10:47, kommentieren

Musik...

9.11.16 19:21, kommentieren