KlangFarbmomente

 
 

Achter Moment: „Wunderbar ist kurz“ oder ein „Herz aus Jazz“

Man muss nicht Jazz mögen, um diese Geschichte zu lieben. Es reicht, sie zu lesen, und der Rest passiert von ganz allein. „Herz aus Jazz“ von Sara Lövestam beschreibt eine einzigartige Freundschaft, die aus der Musik entsteht. Ein offenes Fenster, aus dem Jazztöne erklingen, lässt die fünfzehnjährige talentierte Bassistin Steffi neugierig werden, so dass sie Ursachenforschung betreibt: Sie trifft den gealterten und früher erfolgreichen Bassisten Alvar, der ihr fortan nicht nur viel über das Stockholm der 40ziger Jahre erzählt, sondern auch seine eigene Lebens- und Liebesgeschichte, die eng mit der Musik verbunden ist. Obwohl Steffi und Alvar mehrere Jahrzehnte trennen, lieben sie dieselbe Musik. Alvar gegenüber kann sich die sonst sehr introvertierte Steffi öffnen und über ihre Probleme sprechen. Er hingegen findet in ihr eine aufmerksame Zuhörerin, deren Begeisterungsfähigkeit für seine Anekdoten ihn verjüngt und die Vorliebe für sein Instrument ganz neu entdecken lässt. Gemeinsam sinnieren sie über Musik, begeben sich auf gegenseitige Entdeckungsreisen und frönen dabei ihrem Idol, dem Entertainer und Jazzmusiker Povel Ramel (1922-2007). Musik bedeutet für Steffi eine Art Therapie, ein Ort des seelischen Rückzugs, wo sie ihre vermeintlich unlösbaren Probleme verarbeiten kann. Alvar unterstützt sie dabei und bestärkt sie, ihren musikalischen Weg fortzusetzen. Die Freundschaft zu Alvar gibt ihr Kraft, so dass sich aus ihrer eigenen inneren Misere letzten Endes selber retten kann und darüber hinaus in Alvar einen wirklichen Freund findet, den sie schon immer gesucht hat.

Es mag eine vollkommen unspektakuläre Geschichte sein. Aber hier bedarf es keiner spektakulären Inhalte, um den Leser zu verzaubern und hautnah mitfühlen zu lassen, was Liebe zur Musik über Generationen hinweg bedeuten kann. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Musik man bevorzugt. Oder wie alt man ist. Diese Geschichte besticht durch ihre Einfachheit und einer Episode, die aus dem ganz normalen Leben stammen könnte. Und zeigt, wie wichtig es ist, dass „Alt“ und „Jung“ zusammen sind. Steffi und Alvar, eine Freundschaft durch Musik, die beiden nützt und neuen Lebensmut gibt.

Ach ja: Edith hat ihren besten Freund übrigens auf einem Konzert getroffen. Wen wundert´s!


...Und so triffst du auch nur ein einziges Mal den einen Freund fürs Leben...“

21.2.16 12:48

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