KlangFarbmomente

 
 

Fünfunddreißigster Moment: Realität vs. Traum oder Warum man manchmal nicht alles haben kann…

Es ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern eine Lebensfrage, eine, die dein ganzes Leben bestimmen kann. Folgst du deinem Traum oder fügst dich der Realität? Denn oftmals klafft da eine Lücke. Vielleicht kann man diese Frage nicht eindeutig beantworten. Zumal es tatsächlich Träume gibt, die Schäume sind. Wenn es beispielsweise darum geht, das geliebte Hobby Musik (oder auch andere) zum Beruf zu machen. Insgesamt eine wunderbare Vorstellung und ein schönes Ziel, und es gibt Dutzende von Beispielen, wo es funktioniert: Träume werden wahr, durch harte, mühsame Arbeit und viele Entbehrungen. Und mit dem gewünschten Erfolg und dem Gedanken, es nie bereut zu haben, diese Kräfte investiert zu haben, nach Misserfolgen immer wieder aufgestanden zu sein und das "Krönchen neu gerichtet zu haben". Und weil man im tiefsten Innern immer wusste, dass man es schaffen kann. Das ist auch toll und jedem zu wünschen. Manchmal ist es auch der einzige Lebensweg. Was aber, wenn alles anders ist, wenn die Kapazität, das Können nicht ausreicht oder die Umstände es schlichtweg nicht erlauben, weil sie einem einen Streich gespielt haben? Man stelle sich einen mittelmäßig bis wenig begabten Musiker vor, der sein Instrument gelernt hat, und seine Sache nicht so schlecht macht. Er ist fleißig und übt viel, merkt aber schon bald, dass er es nicht hinkriegt, nicht so wie gefordert, und nicht so wie selbst gewünscht. Er fällt immer wieder auf die Nase, steht auch immer wieder auf, aber eigentlich befindet er sich im freien Fall. Doch es ist schon immer sein Traum gewesen, Musiker zu sein, damit seine Brötchen verdienen zu können, sprich, es beruflich auszuüben. Er beginnt zu zweifeln und hört die zahlreichen Sprüche: "Man muss seine Träume leben und nicht sein Leben träumen. Was man will, das schafft man, wer will, der kann"…Und er denkt, dass er doch seinen Traum verwirklichen muss, es liegt doch nur an ihm, womöglich ist er ein Nichts, wenn er es nicht schafft…Was aber, wenn der Traum Potential hat, sich zum Alptraum zu entwickeln? Wenn eben der Wille nicht das einzige ist, das ausreicht? Gerade in der Kunst scheint es oftmals mehr zu bedürfen, als "nur" fleißig und beharrlich zu sein: Hier benötigt man das naturgegebene Talent, etwas, das von allein in einem ist. Etwas, worauf man aufbauen kann, was einem von allein den Weg weist. Und wenn dies nicht da ist, hat man verloren. Die Frage ist, wie weit man gehen möchte und kann. Sicherlich kann man auch als mittelmäßig begabter, fleißiger Musiker oder Künstler seinen Weg gehen und glücklich sein, vermutlich auch eine Einstellungsfrage. Und wenn vieles darauf hindeutet, dass man Mittelmaß bleibt, sollte man vielleicht in sich horchen um festzustellen inwieweit dies in einem nagt oder nicht. Ob es das wert ist: Dem alles unterzuordnen, womöglich die Familie, Freunde, die gesamte Lebensausrichtung. Gerade, wenn es beim Mittelmaß bleibt, könnte dies in eine Einbahnstraße führen. Eine Kraftanstrengung, die ins Leere verpufft, Kräfte, die man vielleicht hätte fruchtbarer einsetzen können. Vielleicht sollte dann das Hobby Hobby bleiben, denn nur als Hobby wird man es ewig lieben. Was bei der Einbahnstraßenvariante nicht so ist, denn ein geliebtes Hobby mutiert in dem Moment womöglich zum Albtraum. Es setzt einen unter Druck, da es zur Überlebensfrage wird und schon ist der ganze Zauber dahin. Man muss seine Träume nicht begraben, wenn man sie vielleicht nicht als Hauptberuf ausüben kann. Man kann sie sich bewahren und auch etwas daraus machen, das für immer bleibt, so wie eine schöne „Nebenbeschäftigung“, die durchaus erfüllend sein kann. So wie eine variierte Umsetzung. Und man muss sich von Vorstellungen verabschieden, dass es vielleicht nicht ganz so geworden ist, wie man es erträumt hat. Wenn Träume platzen, tut das immer weh. Es ist ein bisschen wie in der Liebe: manchen geliebten Menschen kann man einfach nicht haben, auch wenn das Gefühl dafür ausreichen würde….

1.11.16 22:34

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dorehn (13.11.16 23:28)
Hallo Edith, was meinst Du mit "Entbehrungen" - Zeitverbrauch beim Üben ohne Verdienst?,zu kleines Einkommen?...die "Überlebenskünstler" gibts ja nicht nur in der Musik/Kunst, mittlerweile auch in vielen Bereichen. Ich möchte nicht mein Empfinden verallgemeinern, aber oft ist der anfängliche (unentgeltliche) schöpferische Prozeß das eigentlich "gewinnbringende", das Element, was den Künstler von den anderen Menschen "abhebt", die erst mal fragen: was bringt es mir finanziell, bevor ich überhaupt "morgend mit dem Zeh wackel" ;-))


(18.11.16 10:35)
Hallo Dorehn,
ich meine eigentlich auch emotionale Entbehrungen, Verzicht auf Familie..usw.
Das hat nicht viel Geld zu tun...ggbfs ganz unten sein, sich unverstanden in seiner Kunst zu fühlen, Minderwertigekeitskomplexe...


(18.11.16 10:36)
Hallo Dorehn,
ich meine eigentlich auch emotionale Entbehrungen, Verzicht auf Familie..usw.
Das hat nicht viel Geld zu tun...ggbfs ganz unten sein, sich unverstanden in seiner Kunst zu fühlen, Minderwertigkeitskomplexe...

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