KlangFarbmomente

 
 

Sechsunddreißigster Moment: Die Frage ist nicht ob oder warum, sondern Dass…Grübeleien zur Kunst

Was ist Kunst? Eigentlich sollte man diese Frage nicht stellen. Nicht nur, weil es eigentlich keine Antwort gibt, lediglich viele Sichtweisen, kein Richtig oder Falsch. Sondern auch deshalb, weil diese Begrifflichkeit eine gewisse Unantastbarkeit besitzt, die sie zum Fortbestand benötigt. Denn nur ein Herantasten lässt sie in ihrer Gestalt unberührt und vollkommen. Unzerredbar und undefinierbar. Wahrscheinlich liegt darin ihr Reiz. Wagen wir den Schritt und tasten vorsichtig…Fragt man Künstler nach Kunst, so geht es ihnen nicht um das Warum oder Ob, sondern Kunst ist einfach, entsteht aus sich selbst heraus, aus einer Innerlichkeit, die jedem Künstler zu eigen ist und die er expressiv nach außen trägt. Von ganz allein ohne einen speziellen Zweck aber mit viel Sinn. Dabei spielt die Reaktion der anderen oftmals eine untergeordnete Rolle, denn Kunst zeigt etwas von innen nach außen Gekehrtes, was man - genau genommen - nicht bewerten kann. Das wäre wie Emotionen zu bewerten oder zu klassifizieren. Es geht um den Schaffensprozess, um die Entstehung von etwas, was man selbst vorher nicht kennt und was nicht planbar ist. Ein äußerst reizvolles Faktum, das es sich in der „normalen“ Gesellschaftsplanung nicht findet, im Gegenteil, hier soll oftmals alles Plan gehen. Kunst lehrt uns: sich unbefangen, vorurteilsfrei und tiefgründig auf etwas einzulassen. So entstehen die großen Werke, die berühren und ewig sind. Ein Werk als Schritt der eigenen Verwirklichung. Und des Bruches. Denn es entsteht vermutlich selten das, was man erwartet. Und so offenbart Kunst oftmals Dinge, die vorher unsichtbar waren. Sie kommt aus der Tiefe und zeigt Tiefe. Trotzdem bleibt sie einfach ein Sein ohne Zweckgebundenheit. Sie ist einfach. Losgelöst von allem ohne eine Verbindung zu Vorhandenem haben zu müssen. Kunst lebt erst, wenn man ihr nichts aufzwingt. Wenn man sie lässt. So wie der Mensch selbst auch. Unter Zwang findet keine Entfaltung statt. Kunst wird auch nicht Kunst, wenn man sich vornimmt, Kunst zu machen. Sie entsteht intensionslos und setzt eine gewisse Ehrlichkeit mit sich selbst voraus. Und die Bereitschaft zur Offenbarung.In der Musik: Spielen wir ein Stück, so trägt es immer ein Stück von uns nach außen. Manch einer hört es, der andere vielleicht nicht. Wir spielen dasselbe Stück anders, je nach Verfassung, ob es uns gut oder schlecht geht. Aber es ist dann einfach aus uns heraus, egal, ob man dies nun als Kunst bezeichnet oder nicht. Und niemand hat das Recht, sich zum Maß der Kunst zu erklären. Im Grunde genommen ist jeder in irgendeiner Form ein kleiner Künstler, dem es gelingt, etwas Wahrhaftes -losgelöst von einem irdischen Zweck- zu erschaffen, etwas, das dann IST und bleibt, was ein Stückchen seiner selbst nach außen trägt. Das ist ein wertvolles Gut, was wir schützen sollten….Es scheint zudem die Frage, was Kunst eigentlich mit einem macht, ist viel interessanter als die, was Kunst ist. Kunst offenbart Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mittels Farben (Malerei, Fotografie etc.), Formen (Bildhauerei etc.) und Klängen (natürlich: MUSIK). Und zeigt die unterschiedlichsten Wahrnehmungen, viele Facetten eines Blickes. Und ist unbeirrt in ihrem Sein.

18.11.16 10:47

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