KlangFarbmomente

 
 

Neununddreißigster (zunächst ein wenig skurriler) Moment: Brief an mein Klavier oder Was man hineintut, kommt auch heraus

Womöglich erscheint es dem einem oder anderen ein bisschen skurril, einen Brief an ein Klavier, nein: SEIN Klavier, zu schreiben…Aber wenn man dieses Vorhaben einmal etwas näher betrachtet, so findet es durchaus seine Berechtigung. Denn es ist doch so, dass unser Instrument ein Spiegel unserer selbst ist; dass, was wir quasi hineinschicken, kommt heraus. Und das sind nicht nur simple Noten, sondern ein Teil unserer Seele, unseres tiefsten verborgenen Ichs. Oft ist es nur die Musik, der es gelingt, dieses Ich zu offenbaren, zum einen uns selbst, zum anderem auch manchem aufmerksamen Zuhörer. So gesehen erzählen wir unserem Klavier schon sehr viel. Und warum sollte man dies nicht einmal aufschreiben?
Also liebes Klavier, lieber Fridolin (meines hat seinen Namen), ich wollte dir danken für deine Geduld. (etwas, das ich manchmal nicht besitze) Ich danke dir für deine Ausdauer, unliebsame Töne und auch Flüche meinerseits zu ertragen. Wahrscheinlich reagierst du mit der einen oder anderen Verstimmtheit darauf (glücklicherweise kann das ja ein Stimmer größtenteils wieder richten!), aber unterm Strich bist du immer für mich da in Anmut (und Demut…!!) Bietest mir Zuflucht, wenn es einmal nicht so gut geht. Verwandelst Missstimmung in Klänge, die versöhnlicher stimmen. Und du lässt mich Seiten an mir entdecken, die ich vielleicht noch nicht einmal selbst kannte. Manchmal bleibt zwar die Frage, ob ich diese auch kennenlernen will, aber dennoch, du bist eine große Bereicherung für mein Leben. Was würde ich nur ohne dich tun? Wahrscheinlich sinnlose Dinge, denn die Zeit, die ich „an“ dir verbringe, ist nie verloren. Ich bin mitnichten eine gute Klavierspielerin, aber ich bin ehrlich dabei, das, was ich dir sage, meine ich auch so. Und es kommt vom Herzen…Weil ich mich bei dir nicht verstellen muss (was man eigentlich nicht tun sollte, aber vielleicht manchmal doch muss.) und allem freien Lauf lassen kann. Das ist eine schöne Erfahrung, die ich jedem wünsche. Und es wird nicht der letzte Brief an dich sein, soviel ist sicher!!!!

23.1.17 14:43

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