KlangFarbmomente

 
 

Erster Moment: Geboren aus dem Geiste der Musik


"Das Wort, das Bild, der Begriff sucht einen der Musik analogen Ausdruck und erleidet jetzt die Gewalt der Musik an sich." schrieb Friedrich Nietzsche (Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik); ein Philosoph der Musik und Sprache hier zusammenführt. Die uns heute unter dem Begriff "Tragödie" bekannte literarische Form steht am Anfang der gemeinsamen Entwicklung von Literatur und Musik. Früher galten diese beiden Künste nicht als getrennt, sondern als "integrierte Einheit" (Calvin S. Brown). Poeten waren auch große Musiker und umgekehrt. Wort und Klang sind untrennbar; sie bilden eine Einheit; Musik als Sprache, die Sprache als Musik. Aber die Musik war wohl zuerst da: Bevor wir sprechen, artikulieren wir uns durch Laute - Tonreihen, man könnte sie auch Schreien nennen! Der Schrei ist der Ursprung der mündlichen Ausdrucksarten. Bereits der Säugling schreit, um sich auszudrücken. Sprachliche Laute formt er zu einer Art Lallen, dass durch seine gesangliche Stimme entsteht. Wünsche und Stimmungen drückt er ohne Worte aus, in einer Art Singsang. Singen ist eine Ursprache! Singen ist ein emotional stärkerer Ausdruck als sprechen. Sage es mit einem Lied. Von früher bis heute bleibt die Musik das Medium zum Ausdruck von Gefühlen. Das ist oft leichter als Worte. Und jeder versteht es. Das ist phänomenal: Die Musik ruft beim Empfänger ebenso Emotionen hervor. Und dies sind jene, die der Sender übermitteln wollte. So fühlen wir uns verbunden, selbst wenn den Komponisten oder Songwriter gar nicht persönlich kennen. Musik verbindet uns. "Aller Musik, und wäre es die dem Stil nach individualistischste, eignet unabdingbar ein kollektiver Gehalt. Jeder Klang schon allein sagt wir." schreibt Adorno in seinen "Klangfiguren". Wir sind auf einem Konzert und singen alle gemeinsam. Wir lachen und sprechen da mit Menschen, die wir sonst nie angesprochen hätten. Wir fühlen. Wir haben Basisemotionen: Freude, Liebe, Trauer, Macht (Wut). Und wenn wir dem musikalische Formen zuordnen würden, könnte folgendes herauskommen: Freue - Presto; Trauer - Adagio; Liebe - Wiegenlied; Macht - Marsch (Tonpsychologie HDM Stuttgart). Wir können unsere Gefühle in musikalische Formen verpacken. Aber das ist bei weitem nicht alles. Wir werden das weiter ergründen, versprochen! 

 

 

 

2.2.16 14:42

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